Aktuelles

 

 

 

12.05.2009 Höhlenrettung auf Gefahrstoffsuche

Am 12. Mai 2009 wurde die Höhlenrettung  Baden -Württemberg zu einem nicht ganz alltäglichen Einsatz gerufen. Einige Mitglieder der HRBW sollten einen alten Stollen nahe eines ehemaligen Tuffsteinbruches im Auftrag der Stadt Reutlingen absuchen. 6 erfahrene Höhlenretter erkundeten und dokumentierten den rund 56 m langen, zum Teil einsturzgefährdeten Tunnel. Es wurden im Tunnel Sprengstoffreste und ähnlich gefährliche Überbleibsel vermutet, was sich aber nicht bewahrheitet hatte. Außer altem Müll konnten keine gefährlichen Stoffe entdeckt werden.

Die Höhlenrettung empfahl den Verschluss des Stollens. Die Stadt Reutlingen bedankte sich mit einer Spende für die Arbeit des Vereins.

M. Hottinger

 

Bild: M. Hottinger

 

Sicherungsmaßnahmen in den Höhlen der Schwäbischen Alb

Auch in diesem Frühjahr und Sommer waren wieder einige Mitglieder der Höhlenrettung Baden-Württemberg in den Höhlen der Schwäbischen Alb unterwegs, um Bohrhaken und Spits auf Ihre Sicherheit zu kontrollieren.
Auf verschiedenen Kontrollfahrten quer über die Schwäbische Alb wurden in mehreren Schachthöhlen die Sicherungs- und Abseilstellen kontrolliert und gegebenenfalls durch neue Laschen und Expressanker aus witterungsbeständigem Edelstahl ausgetauscht.
So wurden die teils sehr alten und abenteuerlichen Haken aus Abseilstrecken mit über 30 m Tiefe saniert und somit etwas für die Sicherheit der Höhlenbefahrer getan. Die neuen Anker wurden zum großen Teil von Mitgliedern der Höhlenrettung gespendet. Solche Aktionen kosten Zeit und Geld, lohnen sich aber im Hinblick auf die Prävention von Höhlenunfällen.
Weiter wird durch sichere Einbauten das Setzen von zusätzlichen Spits reduziert. Wer sich manche altbekannte Abseilstelle ansieht, findet oft auf kleinen Flächen mehrere unnötige Spits. Die nicht rostfreien Spits haben durchaus noch ihre Berechtigung bei der Erforschung von Höhlen, da sie einen minimalen Impakt auf die Höhle darstellen und gleichzeitig gute Sicherheit bieten. In häufiger befahrenen Höhlen wird dagegen inzwischen meist auf Edelstahleinbauten zurückgegriffen. Sie bieten hohe Sicherheitsreserven, sind den Belastungen eines Rettungseinsatzes gewachsen und sind umweltfreundlich, da sie das unkontrollierte Setzen von Spits überflüssig machen.
Im nächsten Jahr sollen die Kontrollen fortgesetzt werden.


M. Hottinger

 

Bilder: M. Hottinger

 

21. 07. 2007 Schulsanitätstag in Radolfzell am Bodensee

Am 21. Juli 2007 fand in Radolfzell am Bodensee der 3. Schulsanitätstag statt.
Mit dieser Veranstaltung wurde den Schulsanitätern der Klassen 1-13 des Landkreises Konstanz und anderen Landkreisen in Baden-Württemberg erneut für ihre Tätigkeit gedankt und ihnen die Möglichkeit gegeben, sich über andere Bereiche des Rettungswesen (DLRG, freiwillige Feuerwehr, THW, DRK Bergwacht Württemberg , Jugendrotkreuz, DRK Hunderettungsstaffel und Höhlenrettung Baden-Württemberg) zu informieren. Schon im Vorfeld der Veranstaltung kam von vielen Teilnehmern die Frage, ob denn auch wieder die Höhlenrettung dabei sei.

In der Begrüßungsrede erzählte Herr Landrat Frank Hämmerle, aus dem Landkreis Konstanz, ausführlich von seiner Tour in die Aachdoline mit Rafael Grimm und Rainer Friedrich und erklärte, wie wichtig und interessant er die Arbeit der Höhlenrettung findet, von der die meisten Personen noch nichts gehört haben. Herr Landrat Hämmerle war beim letzten Schulsanitätstag auf uns aufmerksam geworden und hatte dort den Wunsch geäußert gerne mal eine Höhle zu befahren, was im Juni verwirklicht werden konnte.
Die HR-BW war mit 5 Personen vor Ort (Rafael und Susanne Grimm, Rainer Friedrich, Bernd Hugger und Silke Brumme). Es sind ungefähr 360 Schulsanitäter plus Betreuer zum Schulsanitätstag gekommen, die in 5 Gruppen die einzelnen Stationen der jeweiligen Rettungsorganisationen für ca. 35 Minuten besuchten.

Bei uns durften die Schulsanis in Teilgruppen zu ca. 20-25 Personen einen 10-minütigen Film von Matthias Leyk über die Rettungsübung in der Laichinger Tiefenhöhle im Februar 2006 anschauen, eine Person in die SKED-Trage einpacken sowie einen Parcours absolvieren.
Der Parcours mit Engstellen, der wieder mit Geräten aus der Sporthalle aufgebaut worden war, war dieses Jahr etwas anspruchsvoller. Nach einer horizontalen Kriechstrecke ging es eine Schräge mit ca. 30° Steigung hoch, die nur kriechenderweise zu bewältigen war. In ca. 1,8 m Höhe mussten die Kids sich durch ein Loch in der Sprossenwand hindurcharbeiten und anschließend wieder auf den Boden hinunterklettern. Dieser Parcours durfte erst ohne und dann mit Schleifsäcken durchkrochen werden. Die Schleifsäcke waren z.B. mit Bleigurten, Medizinbällen und Wolldecken gefüllt. Parallel dazu wurde mit 2 Heulruftelefonen vom Höhleneingang zum Endpunkt der "Bodenseehöhle" eine Meldung gemacht, wie viele Personen, von welcher Schule, wieviele Schleifsäcke nach hinten bringen.
Die ca. 35 Minuten für jede Gruppe vergingen wie im Flug und wie letztes Jahr hatten die Kids wahnsinnig viel Spaß und ließen sich trotz des schwülwarmen Klimas in der Turnhalle nicht bremsen.
Die Veranstaltung war für die HR-BW aus unserer Sicht erneut ein voller Erfolg. Wir planen nächstes Jahr wieder beim Schulsanitätstag mitzumachen und würden uns freuen, wenn noch andere Höhlenretter Lust und Zeit haben mitzuhelfen.

S. Brumme

 

Bilder: B.Hugger